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Im Eine-Welt-Laden präsentieren wir zur Zeit Länderkaffees, also Kaffees, deren Bohnen ausschließlich in einem Land gewachsen sind. Sie haben einen besonders ausdrucksstarken Charakter. Probieren Sie mal!

Unser Keplerkaffee im Fasnetsdesign kommt von Kleinbauern im Nordwesten Perus, die durchschnittlich drei Hektar Land besitzen. Etwa auf der Hälfte der Fläche bauen sie Bio-Kaffee an, auf der restlichen Fläche Kakao, Obst und Zuckerrohr, um nicht einseitig von den schwankenden Kaffee-Erlösen abhängig zu sein. Durch den Bio-Anbau konnte die Produktivität der Kaffeegärten erhöht und die Qualität des Kaffees verbessert werden. Die GEPA bezahlt im Durchschnitt mehr als die von Fairtrade International (FLO) festgesetzte Preisregelung. Dazu kommen die Fair-Trade-Prämie, die Bio-Prämie sowie ein GEPA-eigener Qualitätszuschlag.

 

Um speziell den Frauen Arbeitsmöglichkeiten zu bieten und die Ernährung zu verbessern, wurden Gemüsegärten angelegt und die Kleintierzucht verstärkt. In fast jedem Dorf gibt es Frauen- und Mütterklubs, die sich für Bildungs- und Gesundheitsbelange im Dorf einsetzen. Ein Beispiel: Teodomira und Germán García leben im Dorf Maray. Die beiden sind Mitglieder der Kaffee-Kooperative geworden und bauen ihren Kaffee jetzt ökologisch an. Mit Unterstützung der Kooperative haben sie neue Kaffeesträucher herangezogen und viele Orangen-, Mango- und andere Obstbäume gepflanzt. 

Auch unsere anderen fair gesiegelten Kaffees kommen ausschließlich von Kleinbauern-Kooperativen, nicht von Plantagen!

Vor kurzem bekamen wir den Jahresbericht der Kleinbauern-Kooperative Norandino für das Jahr 2020 zugeschickt. Von Norandino im Andenhochland im Norden Perus stammen ganz überwiegend die Kaffeebohnen für unseren Kepler-Kaffee. Außer Kaffee vermarktet Norandino auch Kakao und Rohrohrzucker aus der Produktion der Bauernfamilien. So sind sie nicht ausschließlich auf die Erträge aus der Kaffeeproduktion angewiesen. Der weitaus überwiegende Teil der Produktion ist inzwischen fair gesiegelt und biologisch zertifiziert. Dies ist ein großer Erfolg, denn so steigen die Erlöse für die Bäuerinnen und Bauern beträchtlich.

Insgesamt sind die vermarkteten Mengen jedes Jahr stetig gewachsen. Im Jahr 2020 gab es allerdings einen Rückschlag bei der Kaffeeernte. Ein Teil der Kaffeesträucher ist von einem Schädling befallen, dem Kaffeerost. Dessen Verbreitung wird durch den Klimawandel begünstigt. Auch in Peru wird es immer trockener und heißer. In dieser Situation brauchen die Kaffeebauern in den verstreut liegenden Dörfern ganz besonders die Beratung durch die Kooperative. In besonderen Workshops zum Klimawandel lernen sie, wie sie mit biologischen Mitteln gegen die Schädlinge vorgehen können. Zusätzlich leisten sie durch Aufforstungen mit Waldbäumen ihren eigenen Beitrag gegen den Klimawandel.

Auch von der Corona-Pandemie sind die Menschen schwer getroffen. Die seit langem unterfinanzierte medizinische Infrastruktur in Peru war im vergangenen Jahr völlig überlastet. Sauerstoff beispielsweise musste privat teuer bezahlt werden, was sich viele nicht leisten konnten. Eine soziale Absicherung für Menschen, die aufgrund der Pandemie, beispielsweise durch die Ausgangsbeschränkungen, arbeitslos geworden oder in Not geraten sind, gibt es nicht. Pidecafé trauert besonders um den Geschäftsführer der NGO „Sobrevivir“, Julio Silupu Garcia, der im Sommer an Covid-19 verstarb. „Sobrevivir“ arbeitet bei Gesundheits- und Bildungsprojekten eng mit Pidecafé zusammen.

Einen sehr informativen Einblick in die Situation der peruanischen Kaffeebauern in „unserem“ Kaffeeprojekt gibt das Misereor-Magazin „frings“, das zur Zeit im Laden ausliegt und zum Mitnehmen für Sie bereit liegt.

Online weiterlesen können Sie auch unter www.pidecafe.de

(C) Foto 1 und 2: Kopp/MISEREOR, Foto 3: Pidecafé