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Im Globalen Süden müssen Kinder oft hart arbeiten, anstatt zur Schule gehen zu können. Sie ernten Baumwolle oder Tabak, arbeiten in Steinbrüchen oder im Kakaoanbau – nicht zuletzt um uns, im Globalen Norden, preisgünstig mit Gütern zu versorgen.
Es macht einen Unterschied, ob Kinder nach der Schule Zeitungen austragen oder ob sie schwere Arbeiten verrichten, die ihre mentale und physische Gesundheit aufs Spiel setzen. In letzterem Fall wird von ausbeuterischer Kinderarbeit gesprochen.
Ursprünglich war es das Ziel der Vereinten Nationen (UN), die ausbeuterische Kinderarbeit bis zum Jahr 2021 abzuschaffen. Ausgerechnet jetzt zeigen die neuesten Zahlen jedoch, dass die Kinderarbeit in der Pandemie wieder zugenommen hat.
Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO zählen 160 Millionen arbeitende Kinder, darunter 79 Millionen unter ausbeuterischen Verhältnissen, das ist jedes zehnte Kind auf der Welt.

Schulkinder in unserem Förderprojekt in Lesotho, Pitseng High School

Im Fairen Handel ist ausbeuterische Kinderarbeit verboten, und der Schulbesuch wird auf vielfältige Weise gefördert und unterstützt. Im übrigen sind faire und ausreichende Einkommen der Erwachsenen der beste Weg, Kinderarbeit zu verhindern!

Unser Partnerprojekt CEMAYA hat den 30. Geburtstag gefeiert! Aus diesem Anlass gab es ein Fest im Garten hinter dem Haus, bei dem gleichzeitig der Kurs-Abschluss der Textilkurse gefeiert und die Ausbildungsdiplome überreicht wurden. Sehen Sie sich viele Bilder vom Fest in unserer neuen Galerie an! Sie finden Sie beim Projekt CEMAYA

Im neuen Jahr 2022 haben unsere Projektpartnerinnen von El Pozo in Lima, Peru, ein größeres Präventionsprojekt gegen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung begonnen. Es konzentriert sich auf den prekären Bezirk Comas im Norden Limas. Die Bevölkerung dieses Bezirks lebt in großer materieller Armut, ohne gesichertes Trinkwasser, ohne Abwassersystem. Das Leben wird bestimmt von Arbeitslosigkeit, von Banden, Drogen und Gewalt. Viele Jugendliche stammen aus instabilen Familien und sind daher besonders der Gefahr des Menschenhandels und der Prostitution ausgesetzt.
El Pozo will sozial engagierte Frauen und aktive Schülerinnen und Schüler zweier Sekundarschulen ansprechen und zu Multiplikatorinnen ausbilden. Sie sollen zunächst Strategien zur Verhütung und Aufdeckung von Situationen von Zwangsprostitution und Menschenhandel entwickeln und dann Maßnahmen ergreifen, um in ihrem Umfeld dagegen zu wirken.
Das Projekt wird überwiegend aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit finanziert. Einen Eigenanteil von 25% muss allerdings unser Verein tragen. Wir freuen uns daher sehr über Spenden für dieses Vorhaben. Fragen beantworten wir gerne. Schreiben Sie uns eine Mail oder wenden Sie sich an den Projektpaten!

 

Von unserem Partnerprojekt El Pozo erreichten uns am 26. Dezember viele gute Wünsche zu Weihnachten und zum Neuen Jahr. Die Mitarbeiterinnen der NGO hielten Plakate mit ihren Wünschen hoch. Viel Gesundheit, Glück, Liebe, Einigkeit, Hoffnung, gute Erfahrungen, neue Chancen und …

Felices Fiestas!
Ein frohes Fest!

Arme Familien in Südindien kochen überwiegend mit kalorienreichen, aber nährwertarmen Nahrungsmitteln wie Reis, Öl und Zucker, weil sie billig sind und schnell satt machen. Viele Frauen und Kinder leiden unter Eisenmangel. Das Gemüseprogramm unseres Projektpartners Shanti Ashram stellt eine große Bereicherung dar.

„Shanti Ashram hat uns unterrichtet und uns Kompostbehälter und Samen gegeben. Ich habe Kompost aus unseren Küchenabfällen gemacht und damit die Erde hinter unserem Haus verbessert“, erzählt Jayalakshmi. „Mein Mann und die Kinder haben begeistert beobachtet, wie die Pflanzen, die Blätter und dann die Blüten aus den Samen kamen. Zuerst haben wir Okraschoten geerntet, später auch Tomaten und Auberginen. Ich habe den Kindern gesagt, dass frisches Gemüse gesund ist, und ich koche jetzt jeden Tag damit. Es macht mich auch glücklich, in meinem kleinen Garten zu arbeiten.“

Wir freuen uns sehr über steuerabzugsfähige Spenden für unsere Partnerprojekte! Unsere Kontodaten finden Sie unten auf der Seite. Gerne können Sie ein bestimmtes Projekt als Verwendungszweck angeben. Im Bereich „Projekte“ sind alle fünf von uns unterstützten Projekte beschrieben.

Mit den Gewinnen aus dem Ladengeschäft unterstützt der Verein des Eine-Welt-Ladens seine Sozialprojekte in fünf Ländern des globalen Südens. Alle sind stark von der Pandemie betroffen. Bei CeMaya in Guatemala finden zur Zeit Nähkurse unter Pandemiebedingungen statt. Mit den Erlösen aus dem Verkauf von selbst gefertigter traditioneller Kleidung erzeugen Frauen ein eigenes Einkommen für sich und ihre Familien.


Seit seiner Gründung im Jahr 1990 konnte der Eine-Welt-Laden insgesamt fast eine halben Million Euro (477.500 €) an den Trägerverein weiterleiten. Dazu kommen regelmäßig die Beiträge der über 200 Mitglieder, Spenden und öffentliche Fördermittel. So konnte der Verein in den 30 Jahren seines Bestehens Sozialprojekte im globalen Süden mit fast 900.000 € unterstützen.

Die Organisation „Shanti Ashram“, die wir mit den Ladenerträgen unterstützen, hat von ihr geförderte Kleinunternehmerinnen gefragt, wie sie mit der Pandemie-Situation zurecht kommen (Fortsetzung).

Die Pandemie ist eine sehr schwierige Zeit für die Milchbäuerin Kavitha. Da es keinen Busverkehr mehr gibt, muss sie das Kraftfutter für die Kühe zu den lokalen Preisen kaufen, die beträchtlich gestiegen sind.

Eine ihrer Kühe wurde krank und starb, und wegen des Lockdowns konnte sie keine Hilfe vom Tierarzt bekommen. Für eine andere Kuh musste sie eine Menge Geld für Behandlung und Medizin bezahlen.

Weil die Kühe weniger nahrhaftes Futter bekamen, ging der Milchertrag von sechs Liter auf etwa vier Liter pro Kuh zurück. Kavitha kann zur Zeit nur 12 l Milch am Tag verkaufen, dies ist ihr einziges Einkommen. Um etwas mehr einzunehmen, verkauft sie die Milch nun nicht mehr an die Molkereigenossenschaft, sondern im Direktverkauf an die Kunden. Zusätzlich verdient sie sich im Lockdown etwas Geld als Aushilfe in der Landwirtschaft. Dies ist jedoch auch mühsam, weil sie lange Wege zur Arbeit zu Fuß zurücklegen muss. Das Geld reicht trotzdem nicht für die Miete und die Wassergebühren, und so muss sie die staatliche Lebensmittelunterstützung in Anspruch nehmen.

Kavithas Mann ist seit über 20 Jahren psychisch krank; sie muss ihn versorgen und überdies das gesamte Familieneinkommen erwirtschaften und auch für die medizinische Behandlung und die Medikamente für ihren Mann aufkommen. Ihre Herkunftsfamilie war sich der schwierigen Situation schon bei der Heirat bewusst. Aber die Familie ist sehr arm, und Kavitha konnte nie zur Schule gehen, obwohl sie intelligent ist.

(Anmerkung: Frauen aus armen Familien, die keine Mitgift bezahlen können, werden oft mit kranken oder behinderten Männer verheiratet. Die Familie des Mannes erhofft sich dadurch die Versorgung.)

Kavitha liebt ihre Kühe und es ist bewegend, ihre gegenseitige Zuneigung zu sehen. Hoffentlich bessert sich ihre Situation in den nächsten Monaten.

Die Organisation „Shanti Ashram“, die wir mit den Ladenerträgen unterstützen, hat von ihr geförderte Kleinunternehmerinnen gefragt, wie sie mit der Pandemie-Situation zurecht kommen (Fortsetzung).


Anitha, die ein erfolgreiches Schneiderei- und Modedesigngeschäft führte, hofft auf bessere Tage. Im Lockdown sind private Feiern und öffentliche Feste ausgefallen. Bestickte Hochzeitsblusen, ihre Spezialität, wurden kaum noch nachgefragt. Die Umsätze an Festtags- und an Alltagskleidung sind dramatisch eingebrochen. Ihre beiden Mitarbeiterinnen konnten nicht mehr zur Arbeit kommen, weil sie ihre Kinder zu Hause betreuen mussten. Die verbleibenden Nähaufträge musste sie allein erledigen und gleichzeitig ebenfalls ihre Kinder beim Online-Unterricht begleiten. Inzwischen macht sie Näh- und Stickarbeiten für große Firmen, was aber weniger Einkommen bringt. So muss sie viel arbeiten und fühlt sich sehr gestresst. Gleichzeitig hat sie großes Mitgefühl mit Menschen, denen es noch schlechter geht und die ihre Arbeit verloren haben, ohne irgendeinen Ersatz zu finden.

Die Entwicklungsorganisation „Shanti Ashram“, die wir mit unseren Ladenerträgen unterstützen, hat von ihnen geförderte Kleinunternehmerinnen gefragt, wie sie mit der Corona-Situation zurecht kommen (Fortsetzung).

Hafsath, normalerweise eine sehr rührige Frau, führt einen Imbisswagen in einem Vorort von Coimbatore bei einem College. Früher haben sie und ihr Mann tagsüber das Essen vorbereitet und es zwischen 19 und 23 Uhr verkauft. Ihre Kunden sind Berufstätige, die nach Arbeitsschluss bei ihr essen und Student/innen. Wegen des frühen abendlichen Lockdowns und der Corona-bedingten Schließung von Geschäften und Colleges sind die Kunden nun weggeblieben. Dazu kommt, dass der Preis für die Zutaten und für das Gas zum Kochen stark gestiegen ist; wegen der großen Konkurrenz können sie aber die Verkaufspreise nicht erhöhen. Die Familie kann die Wohnungsmiete und die Schulgebühren für die zwei Kinder nicht mehr bezahlen.

Der Vermieter zieht die Miete zur Zeit von der Kaution ab. Die Kinder können nicht am Online-Unterricht teilnehmen, weil sie ohne Schulgebühren auch keine Schulbücher bekommen haben, und sitzen nun zu Hause herum.
Der Vater fand einen kleinen Job als Putzhilfe in einer nahe gelegenen Mühle, aber davon kann er nicht die Familie und obendrein seine Eltern ernähren. Sie leben nun von Lebensmittelhilfe und Essenspaketen, die von Wohltätigkeitsorganisationen gespendet werden. Die ganze Familie ist sehr deprimiert. Sie wissen nicht, wie es weitergehen soll.

Bedürftige Familien werden in Indien von „Ration Shops“ unterstützt, die Lebensmittelrationen (hauptsächlich Reis, Zucker und Öl) zu vergünstigten Preisen oder ganz kostenlos an Berechtigte ausgeben. In der Pandemie sind die Ration Shops besonders wichtig. Wegen des Lockdowns haben viele Menschen ihre Jobs verloren. Sie sind für das Überleben auf die Ration Shops angewiesen, denn andere staatliche Hilfen gibt es kaum.
Shanti Ashram, „unser“ Sozialzentrum in Coimbatore, hat bei verschiedenen Kleinunternehmerinnen, die Ration Shops betreiben, nachgefragt, wie es ihnen bisher während der Pandemie ergangen ist. Alle berichteten, dass sie viel mehr Arbeit hatten. Die Reiszuteilungen wurde erhöht. Außerdem stieg die Zahl der Berechtigten, unter denen sich auch viele Wanderarbeiter befanden. Um Warteschlangen zu vermeiden, mussten die Ladeninhaberinnen jeden Monat die berechtigten Haushalte besuchen und ihnen Bezugsscheine aushändigen – ohne zusätzliche Bezahlung.


Eine von ihnen, Kalpana berichtete, dass sie älteren Menschen ihre Lebensmittelrationen nach Hause brachte. Sie organisierte außerdem die Verteilung von zusätzlichen gespendeten Lebensmitteln und Essenspaketen. Außerdem half sie Schreibunkundigen, Anträge auf staatliche Unterstützung zu verfassen.
Insgesamt meinte Kalpana, dass durch die Pandemie viele Menschen erfahren mussten, wie wichtig eine berufliche Ausbildung ist. Gelegenheitsjobs wie Arbeiten auf Baustellen oder als Lastenträger (für die Männer) und als Küchenhilfen und Helferinnen bei Festen und Feiern (für die Frauen) fielen vollständig weg.