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Noch immer wütet die Pandemie in Peru, Lebensmittel sind teurer geworden, und viele Menschen sind immer noch existenziell auf Hilfe angewiesen, weil sie zur Zeit nichts verdienen können.

Die Leiterin des Kinder- und Jugendzentrums CIEP in Paucarpata/Arequipa möchte 15 besonders arme Familien, deren Kinder das Zentrum besuchen, mit den notwendigsten Lebensmitteln (u.a. Reis, Linsen, Bohnen, Quinua, Eier, Milch, Quark) unterstützen. Außerdem sollen die Kinder und Jugendlichen über Handys am Unterricht teilnehmen können und brauchen Hilfe bei den laufenden Kosten. Pro Monat und Familie werden etwa 45,- € gebraucht. Wir möchten helfen und bitten um Ihre Hilfe! Unser Konto für steuerabzugsfähige Spenden finden Sie unten auf unserer Homepage.

 

Eines unserer Förderprojekte ist die Lernbibliothek CIEP in einem benachteiligten Stadtteil von Paucarpata bei Arequipa, Peru. Hier kümmert sich die engagierte Leiterin Charo zusammen mit Lehrerinnen, Lehrern und Sozialarbeitern um Kinder aus benachteiligten Familien. Sie bieten Nachmittagsbetreuung für Schulkinder an. In Kursen zu Mathematik und Spanisch (Lesen, Schreiben, Grammatik) können die Kinder den Schulstoff wiederholen. Musik-, Bastel- und Hobbykurse bieten Abwechslung und Unterhaltung.

So lange Essen auf dem Tisch steht, ist alles halb so schlimm!

In den vergangenen Monaten mit rigorosen Ausgangsbeschränkungen waren viele Eltern, die in normalen Zeiten mit Gelegenheitsjobs ihr Geld verdienen, mit ihren Kindern in existenzieller Not. CIEP half mit Unterstützung des Eine-Welt-Ladens, die schlimmste Not mit Lebensmittelpaketen abzuwenden. Nun hat sich die Situation etwas verbessert. Zehn Familien benötigen weiterhin Hilfe, während andere langsam wieder Tritt fassen – wenn auch mit Schwierigkeiten.

Auch das Verteilen der Lebensmittelpakete kann Spaß machen!

Die Leiterin Charo hat vorgeschlagen, das für die Lebensmittelhilfe der übrigen Familien vorgesehene Geld zu verwenden, um davon einen Laptop anzuschaffen. CIEP und die Familien benötigen dringend diese Infrastruktur, um besser virtuell arbeiten zu können und Geräte an Familien auszuleihen. Der Eine-Welt-Laden hat dieser Umwidmung zugestimmt.

Am 1. März hat nun das neue Schuljahr begonnen. Der staatliche Schulunterricht findet weiterhin nur virtuell statt. Auch CIEP bietet schulische Hilfe wie schon im vergangenen Schuljahr online an. Die Erzieherinnen begleiten die Kinder bei ihren Schulaufgaben, bieten Lernspiele an und unterstützen sie in der Kommunikation über Internet, Zoom und Smartphones. Einigen Kindern helfen sie durch die Bezahlung von Handy-Karten. Auf diese Weise können die Kinder und Jugendlichen mit ihren Schulen und mit CIEP kommunizieren. Glücklicherweise läuft das alles recht gut.

Der Online-Unterricht ist eine große Hilfe für die Kinder.

Die Pandemie-Lage spitzt sich jedoch wieder zu. Peru scheint am Anfang einer neuen Welle zu stehen. Am 5. Mai bekamen wir neue Nachrichten von Charo: „Hier in Paucarpata ist die Situation angespannt und schwierig. Die Zahl der Infektionen steigt wieder. Die Krankenhäuser sind sehr voll, es gibt keine freien Betten mehr und keine Intensivplätze. Wir sind in einer ganz schwierigen Situation. Aber immerhin, mitten in dieser Lage bekommen die Kinder Fernunterricht. Immer noch kann niemand normal zur Schule gehen. Wir helfen den Kindern, so dass sie elektronischen Zugang zu ihren jeweiligen Schulen bekommen. Nachmittags haben wir Online-Verbindung zu ihnen. Sie können in unseren Mathematik- und Spanisch-Kursen den Schulstoff üben. Auch die Musikkurse werden fortgeführt. Die Kinder bekommen Hilfe und auch psychologische Begleitung, alles das geschieht online.“

Hoffen wir, dass auch in Peru die neue Welle gebrochen werden kann!

Vor kurzem bekamen wir den Jahresbericht der Kleinbauern-Kooperative Norandino für das Jahr 2020 zugeschickt. Von Norandino im Andenhochland im Norden Perus stammen ganz überwiegend die Kaffeebohnen für unseren Kepler-Kaffee. Außer Kaffee vermarktet Norandino auch Kakao und Rohrohrzucker aus der Produktion der Bauernfamilien. So sind sie nicht ausschließlich auf die Erträge aus der Kaffeeproduktion angewiesen. Der weitaus überwiegende Teil der Produktion ist inzwischen fair gesiegelt und biologisch zertifiziert. Dies ist ein großer Erfolg, denn so steigen die Erlöse für die Bäuerinnen und Bauern beträchtlich.

Insgesamt sind die vermarkteten Mengen jedes Jahr stetig gewachsen. Im Jahr 2020 gab es allerdings einen Rückschlag bei der Kaffeeernte. Ein Teil der Kaffeesträucher ist von einem Schädling befallen, dem Kaffeerost. Dessen Verbreitung wird durch den Klimawandel begünstigt. Auch in Peru wird es immer trockener und heißer. In dieser Situation brauchen die Kaffeebauern in den verstreut liegenden Dörfern ganz besonders die Beratung durch die Kooperative. In besonderen Workshops zum Klimawandel lernen sie, wie sie mit biologischen Mitteln gegen die Schädlinge vorgehen können. Zusätzlich leisten sie durch Aufforstungen mit Waldbäumen ihren eigenen Beitrag gegen den Klimawandel.

Auch von der Corona-Pandemie sind die Menschen schwer getroffen. Die seit langem unterfinanzierte medizinische Infrastruktur in Peru war im vergangenen Jahr völlig überlastet. Sauerstoff beispielsweise musste privat teuer bezahlt werden, was sich viele nicht leisten konnten. Eine soziale Absicherung für Menschen, die aufgrund der Pandemie, beispielsweise durch die Ausgangsbeschränkungen, arbeitslos geworden oder in Not geraten sind, gibt es nicht. Pidecafé trauert besonders um den Geschäftsführer der NGO „Sobrevivir“, Julio Silupu Garcia, der im Sommer an Covid-19 verstarb. „Sobrevivir“ arbeitet bei Gesundheits- und Bildungsprojekten eng mit Pidecafé zusammen.

Einen sehr informativen Einblick in die Situation der peruanischen Kaffeebauern in „unserem“ Kaffeeprojekt gibt das Misereor-Magazin „frings“, das zur Zeit im Laden ausliegt und zum Mitnehmen für Sie bereit liegt.

Online weiterlesen können Sie auch unter www.pidecafe.de

(C) Foto 1 und 2: Kopp/MISEREOR, Foto 3: Pidecafé

Wir bitten um Spenden!

Ein Bild aus besseren Zeiten: Nach den Schulaufgaben spielen die Kinder mit Begeisterung Memory

­Einen Hilferuf aus Peru haben wir von unserem langjährigen Projektpartner CIEP erhalten, einem Bildungszentrum für sozial benachteiligte Familien in der Nähe von Arequipa. In normalen Zeiten bietet das Zentrum rund 70 Kindern und Jugendlichen durch Nachhilfeunterricht die Chance auf einen besseren Bildungsabschluss. Musik-, Tanz- und Kunstkurse sollen Freude in die schwierigen Lebenssituationen der Kinder bringen und ihre Persönlichkeit stärken. Im Herbst 2019 arbeitete die Erzieherin Gerhild Nick aus Merklingen für 3 Monate bei CIEP. Sie ist beeindruckt vom großen Engagement des CIEP-Teams.

Gegen die nun auch in Peru grassierende Corona-Pandemie geht die Regierung insbesondere mit Ausgangsbeschränkungen vor. 90% der von CIEP betreuten Familien sind zur Zeit ohne Einkommen. Sie haben vorher entweder als Tagelöhner ohne feste Arbeitsverträge gearbeitet, oder sie haben ihre Arbeitsstelle verloren – viele kleine Firmen sind in der Krise in Konkurs gegangen. Diese Familie leben in so prekären Verhältnissen, dass sie keinerlei Ersparnisse haben.

An der improvisierten Trennwand zwischen Wohn- und Schlafecke hängt eine Kinderzeichnung: „Wasch dir die Hände, damit du dich nicht ansteckst!“

Charo Vilca Pacheco, Leiterin von CIEP, schreibt nach Weil der Stadt: „Die Familien haben nicht genügend zu essen, viele hungern. Sie sind verzweifelt. Darum möchten wir jeder Familie einen Korb mit nahrhaften und gesunden Grundnahrungsmitteln besorgen, wenigstens einmal im Monat. Vor der Pandemie bekamen die Kinder ein staatlich finanziertes Frühstück in der Schule. Aber jetzt sind die Schulen geschlossen, und diese Unterstützung fällt aus. Einmal haben wir das schon gemacht, wir haben je einen Korb pro Familie zusammengestellt und dann die Mütter angerufen und ihnen gesagt, wann sie den Korb abholen können.

Es gibt auch Probleme mit der Hygiene. Viele Familien haben nur wenig Wasser zur Verfügung, Seife und Reinigungsmittel sind teuer geworden, da möchten wir auch helfen.“
Weiter schreibt sie: „Gott sei Dank gibt es hier im Süden noch keine hohen Infektionszahlen, das wäre eine Katastrophe. Im Norden von Peru brechen die Krankenhäuser zusammen. Täglich sterben Hunderte von Menschen selbst auf den Fluren der Krankenhäuser. Es gibt nicht genug Ärzte, weil sie sich angesteckt haben. Es ist eine ganz schlimme Situation, die uns Angst macht.“

Eine Kindergruppe – vor Corona. Mit der Hausaufgabenbetreuung fällt nun auch die Möglichkeit weg, sich „nebenbei“ um die Sorgen der Kinder und ihrer Familien zu kümmern.

Der „Partnerschaft mit der Dritten Welt – Eine-Welt-Laden e.V.“ möchte die Arbeit von CIEP in der Krise unterstützen. CIEP hat ausgerechnet, dass mit knapp 30 € eine Familie für einen Monat mit Grundnahrungsmitteln versorgt werden kann. Aufgrund der langjährigen guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit wissen wir, dass jeder Euro direkt bei den Bedürftigen ankommt.

Wir bitten um Spenden auf das Konto:
Partnerschaft Dritte Welt – Eine-Welt-Laden
IBAN DE 76 6035 0130 0004 1159 46
Verwendungszweck: CIEP
Spenden sind steuerlich abzugsfähig.